1. Zügelpinguine: ein Nap kürzer als dein Gähnen

Bei brütenden Zügelpinguinen beobachtete eine Studie von 2023 Schlafphasen von durchschnittlich etwa vier Sekunden. Die Tiere schliefen mehr als 10.000-mal am Tag ein. So kamen für jede Gehirnhälfte über elf Stunden Schlaf zusammen. Das beschreibt die untersuchten Brutvögel, nicht alle Pinguine in jeder Lebenslage. [1]

Ihr imaginärer Kalender bräuchte eine sehr kleine Schrift: Nap, Nestdienst, Nap, wiederholen. Bei einem Vier-Sekunden-Timer hätten wir gerade erst das Handy weggelegt.

2. Fregattvögel: schlafen ohne Sitzplatzreservierung

Forschende zeichneten die Gehirnaktivität von Fregattvögeln auf und wiesen Schlaf im Flug nach. Manchmal schlief eine Gehirnhälfte, manchmal beide. Auf den beobachteten Flügen waren es im Mittel nur etwa 42 Minuten Schlaf pro Tag – deutlich weniger als an Land. [2]

„Flugmodus“ bekommt da eine ganz neue Bedeutung. Entscheidend ist die Messung: Die Forschenden erfassten die Gehirnaktivität, statt Schlaf allein aus der langen Flugdauer abzuleiten.

3. Spinnerdelfine: eine Gehirnhälfte hat Pause

Ein langsam schwimmender Spinnerdelfin kann gerade ruhen. Diese Delfine lassen jeweils eine Gehirnhälfte schlafen, während sie sich weiterbewegen und zum Atmen auftauchen. NOAA erklärt deshalb, warum auch scheinbar wache Tiere ungestörte Ruhe brauchen. [3]

Ein ziemlich ungewöhnlicher Schichtplan. Leider lässt sich diese Fähigkeit nicht ausleihen, um eine Hälfte der nächsten Besprechung zu verschlafen. Ruhenden Wildtieren lässt man am besten ihren Freiraum.

4. Große Pandas: essen, dösen, wiederholen

Große Pandas in freier Wildbahn nappen zwischen ihren Fressphasen häufig zwei bis vier Stunden. Dabei liegen sie auf dem Bauch, auf der Seite oder auf dem Rücken, ausgestreckt oder zusammengerollt. Im Bambusviertel gibt es also mehrere gemütliche Schlafpositionen. [4]

Würden Pandas Abwesenheitsnotizen schreiben, wäre „zwischen zwei Bambusterminen“ ein guter Kandidat. Die langen Pausen sind allerdings ein Panda-Fakt und keine Dauerempfehlung für deinen Powernap.

5. Orang-Utans: ein eigenes Bett fürs Nickerchen

Orang-Utans bauen gewöhnlich ein Nest in den Bäumen für die Nacht. Manchmal nappen sie auch in einem einfacher gebauten Tagesnest. Für eine kurze Ruhepause wird also nicht immer das volle nächtliche Bauprogramm gebraucht. [5]

Schlafzimmer und Nap-Zimmer können offenbar auf unterschiedlichen Ästen liegen. Für deine Pause ist ein bequemer Sessel der deutlich praktischere Einstieg als eine Ausbildung in Baumarchitektur.

Was diese Tier-Naps zeigen – und was nicht

Spannend sind gerade die Unterschiede. Sekundenschlaf am Pinguinnest, eine lange Panda-Pause und die schlafende Gehirnhälfte eines Delfins sind keine austauschbaren Varianten eines menschlichen 20-Minuten-Nickerchens. Dass ein Tier sich im Schlaf bewegen kann, macht müdes Autofahren für Menschen auch nicht sicher.

Behalte die Neugier und überlasse den Tieren ihre Schlafpläne. Für eine eigene Pause kannst du zuerst nachlesen, was Nappen bedeutet, und dir dann einen angenehmen Ruheplatz suchen. Nestbaukenntnisse sind dafür nicht erforderlich.

Quellen

  1. Libourel et al. (2023): Nesting chinstrap penguins and seconds-long microsleeps
  2. Max Planck Society (2016): First evidence of sleep in flight
  3. NOAA Fisheries: Resting spinner dolphins
  4. Smithsonian National Zoo: Giant panda sleep habits
  5. Smithsonian National Zoo: Orangutan sleep habits